Geschichte, Übersicht

Beginn

Der Botanische Garten hat seinen Ursprung in dem vom Gustav Adolf Poscharsky 1906 in Schellerhau angelegten privaten Versuchsgarten.

Poscharsky, der am 12. Mai 1832 in Dresden geboren wurde und am 27.2.1917 in Schellerhau starb, war vor seiner Pensionierung fast 3 Jahrzehnte Königlich-Sächsischer Inspektor des Dresdner Botanischen Gartens. Er war nicht nur ein sehr erfolgreicher Gärtner, sondern zählte auch zu den eifrigsten Floristen Sachsens, der zahlreiche Pflanzenarten entdeckte und etwa 20000 Herbarbelege sowie 8000 Pflanzenaquarelle hinterließ ...

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1920

Ausblick aus dem Garten um 1930
Ausblick aus dem Garten um 1930

Mit der 1920 erfolgten Berufung von Prof. Dr. Neger an die Technische Hochschule Dresden als Professor für Botanik wurde der Schellerhauer Garten als „Alpenpflanzen-Anzuchtstation“ dem Botanischen Garten Dresden zugeordnet. Mangels finanzieller Mittel ließ 1924/25 die Technische Hochschule die Anlage ohne Bewirtschaftung liegen. Sie verfiel. In dieser Zeit griff der Landesverein Sächsischer Heimatschutz ein, der vom Finanzministerium den Garten unentgeltlich übernahm.

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1946, nach Ende des 2. Weltkriegs

Neues Wirtschaftsgebäude
Neues Wirtschaftsgebäude

Unmittelbar nach Kriegsende nahm sich der Landesverein des verwilderten Gartens wieder an und verpflichtete im Mai 1946 den Oberlehrer und verdienstvollen Botaniker Fritz Stopp aus Radebeul nach Schellerhau. Von den über 1000 Pflanzenarten, die vor dem Krieg im Garten wuchsen, fand er nur noch 33 Gehölze und 158 Stauden vor. Stopp, der den Garten bis 1966 mit Hingabe betreute, baute in kürzester Zeit den Pflanzenbestand im Mißbach'schen Sinne wieder auf. In seiner Veröffentlichung über den Botanischen Garten im Jahre 1951 konnte er bereits wieder über 1000 Pflanzenarten aufführen. Später zählten seine botanischen Sammlungen ca. 2000 Arten einschließlich spontaner Großpilze, Flechten und Moose.

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ab 1991

1991 wurde der Gemeindeverband Kipsdorf aufgelöst und die staatliche Finanzierung fiel weg. Bereits im Mai 1991 übernahm der wieder aktiv wirkende Landesverein Sächsischer Heimatschutz e.V. trotz ungeklärter Eigentumsverhältnisse die Bewirtschaftung der Gartenanlage und sicherte erneut deren Fortbestand.

1992/93 konnten endlich mit staatlichen Fördermitteln die in den 1980er Jahren erworbenen Flächen entsprechend der Gesamtkonzeption neu gestaltet werden. So wurde die bisherige provisorische Wirtschaftszufahrt im Westen zu einem einladenden Eingangsbereich umgestaltet.

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ab 2008

Mit Jahresbeginn 2008 übergab der Förderverein die Bewirtschaftung der Gartenanlage seiner Gemeinnützigen GmbH Naturbewahrung Osterzgebirge
Nach dem altersbedingten Ausscheiden von Michael Barthel übernahm im Mai 2008 die diplomierte Garten- und Landschaftsarchitektin Annette Zimmermann die Leitung des Botanischen Gartens.
Im Zuge von Sanierungsarbeiten wurden 2008 die ehemalige Dienstwohnung im Verwaltungsgebäude zu Büro- und Arbeitsräumen umgestaltet und im Erdgeschoss ein Veranstaltungsraum für Vorträge, Weiterbildungen und Ausstellungen eingerichtet.

In den kommenden Jahren gilt es, den unverwechselbaren Charakter der Anlage und den artenreichen Pflanzenbestand in seiner Vielfalt zu bewahren, den Garten überregional bekannt zu machen sowie wissenschaftliche Projekte, fachbezogene Veranstaltungen und Weiterbildungsangebote für Kinder und Erwachsene zu etablieren.