Weg­punkte 5 – 8: Böh­mi­sches Mit­tel­ge­birge, Borst­gras­ra­sen, Alpine Flora, Nord­ame­rika

Bota­ni­scher Gar­ten Schel­l­er­hau – Rund­gang

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Weg­punkt 5: Böh­mi­sches Mit­tel­ge­birge

Frühsommer im Böhmischen Quartier
Früh­som­mer im Böh­mi­schen Quar­tier

Die rauen kli­ma­ti­schen Ver­hält­nisse des obe­ren Osterz­ge­bir­ges sind nicht so recht für die doch wär­me­lie­ben­de­ren Pflan­zen des Böh­mi­schen Mit­tel­ge­bir­ges geeig­net. Dem bereits 1926 gepflanz­ten und nur ca. 2 m hohen Feld-Ahorn (Acer cam­pestre) ist dies unmit­tel­bar auch anzu­se­hen. Der Dip­tam (Dic­tam­nus albus) hat zwar auch über Jahr­zehnte tap­fer durch­ge­hal­ten, erreicht hier aber nicht die Üppig­keit war­mer, son­ni­ger und tro­cke­ner Stand­orte. Sal­bei­ar­ten und auch der Wie­sen-Storch­schna­bel (Gera­nium pra­tense) müs­sen von Zeit zu Zeit nach­ge­pflanzt wer­den.

Weg­punkt 6: Borst­gras­ra­sen

Keulen-Bärlapp im Altweibersommer
Keu­len-Bär­lapp im Alt­wei­ber­som­mer

Die kurz­hal­mi­gen arten­ar­men Borst­gras­ra­sen haben ihren Ver­brei­tungs­schwer­punkt im obe­ren Erz­ge­birge. Sie gedei­hen auf recht ver­schie­de­nem, jedoch immer sau­rem Unter­grund und sind an keine beson­dere Boden­art gebun­den.

Zur hoch­s­te­ten Arten­kom­bi­na­tion des typi­schen Nardus-Rasens gehö­ren u.a. Blut­wurz (Poten­tilla erecta), Hasen­brot (Luzula cam­pes­tris), Bär­wurz (Meum atha­man­ti­cum), Besen­heide (Calluna vul­ga­ris), Hei­del­beere (Vac­ci­nium myrt­il­lus), Gewöhn­li­che Draht-Schmiele (Deschamp­sia fle­xuosa), Har­zer Lab­kraut (Galium saxa­tile) und Echte Arnika (Arnica mon­tana).

Weg­punkt 7: Alpine Flora

Rostblättrige Alpenrose
Rost­blätt­rige Alpen­rose

Die Quar­tiere der euro­päi­schen Hoch­ge­birgs­flora beinhal­ten cha­rak­te­ris­ti­sche Arten der wich­tigs­ten alpi­nen Pflan­zen­ge­sell­schaf­ten, so unter ande­rem der alpi­nen Rasen, Flach­moore, Schnee­täl­chen, Fels- und Schutt­flu­ren, der Zwerg­strauch­hei­den und Hoch­stau­den­flu­ren. Unter­glie­dert sind diese alpi­nen Quar­tiere in Kalk- und Urge­steins­be­rei­che.

Berg-Küchenschelle
Berg-Küchen­schelle

Beson­ders ein­drucks­voll ist die­ser Gar­ten­be­reich zur Zeit der Alpen­ro­sen­blüte (Rho­do­den­dron fer­ru­gi­neum und Rho­do­den­dron hirs­u­tum), da gleich­zei­tig eine Viel­zahl attrak­ti­ver alpi­ner Pflan­zen in Voll­blüte steht, so bei­spiels­weise die Keu­len-Enziane (Gen­tiana acau­lis) mit ihren blauen Trich­ter­blü­ten, die Schwe­fel­gelbe Alpen-Küchen­schelle (Pul­sa­tilla alpina subsp.apiifolia), das Berg­h­ähn­lein (Ane­mone nar­cis­si­flora), ver­schie­dene alpine Pri­mel und Stein­bre­che sowie als ver­ti­kale Akzente der Weiße Ger­mer (Ver­a­trum album) und der etwas spä­ter blü­hende Gelbe Enzian (Gen­tiana lutea).

Blütenstand des Gelben Enzians
Blü­ten­stand des Gel­ben Enzi­ans

Weg­punkt 8: Nord­ame­rika

Herbstfärbung im Nordamerika-Quartier
Herbst­fär­bung im Nord­ame­rika-Quar­tier

Oft ist uns gar nicht bewusst, dass die Hei­mat vie­ler belieb­ter Zier­pflan­zen und Gehölze unse­rer Gär­ten und Parks der nord­ame­ri­ka­ni­sche Kon­ti­nent ist. Genannt seien bei­spiels­weise aus die­sem Quar­tier die gro­ßen Gehölze wie Dou­gla­sie, Hem­lock­tanne, Erb­sen­früch­tige Schein­zy­presse, Law­son-Schein­zy­presse sowie Rie­sen-Lebens­baum. Auch die im Früh­jahr blü­hen­den Pols­ter-Phloxe (Phlox sub­u­lata), die Sil­ber-Immor­tel­len (Ana­pha­lis mar­ga­rit­acea), Zwerg-Herz­blume (Dicen­tra exi­mia), Herz­blätt­rige Aster (Aster macro­phyl­lus), Kana­di­scher Hart­rie­gel (Cor­nus cana­den­sis), Bron­ze­blatt (Galax urceo­lata) und das Kana­di­sche Schat­ten­blüm­chen (Mai­an­the­mum cana­dense) seien hier genannt.

Wäh­rend die Dou­gla­sie (Pseu­dotsuga men­zie­sii) hier im Laufe der Jahr­zehnte zu einem statt­li­chen Baum her­an­ge­wach­sen ist, ist eine der alten Hem­lock­tan­nen im Win­ter 2010/​2011 zusam­men­ge­bro­chen. In die ent­stan­dene Lücke wurde eine Strauch-Kas­ta­nie gepflanzt, die sich seit­her präch­tig ent­wi­ckelt.

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